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Blähungskoliken, Dreimonatskoliken des Säuglings

Säuglinge bringen in den ersten Lebensmonaten ihre Eltern oft durch kolikartige Schreiattacken, erschwertes Einschlafen und häufiges Erwachen kurz nach dem Einschlafen zur Verzweiflung. Großangelegte Studien haben gezeigt, daß vor der Schreiattacke nur bei jedem neunten Säugling ein geblähter Darm vorliegt; meist treten die Blähungen gar nicht oder erst in Folge der Schreiattacke auf. Besonders häufig schreien die Kinder in der Zeit zwischen 16 und 24 Uhr, was bereits deutlich darauf hinweist, daß die Ermüdung des Säuglings eine zentrale Rolle spielt.
In der Mehrzahl der Fälle kommt es darauf an, diese Ermüdung wahrzunehmen und richtig zu reagieren. Das Neugeborene muß erst seinen Schlaf-Wach-Rhythmus erlernen. Hierbei hilft ihm ein vorgegebener, klarer Rhythmus, der die Zeit von Wickeln, Füttern und Spielen zunächst auf ca. 90 Minuten beschränkt und zwischen den Mahlzeiten einen Mindestabstand von drei bis vier Stunden läßt. Nach der Wachperiode von ca. 90 Minuten sollten die Eltern dem Kind helfen, wieder zur Ruhe zu finden.

In jedem Fall muß der Säugling bei exzessivem bzw. ungewöhnlichem (z. B. monotonem, von der Tageszeit unabhängigem) Schreien sorgfältig kinderärztlich untersucht werden. Insbesondere gilt dies dann, wenn ein Säugling plötzlich aus vollem Wohlbefinden heraus heftig schreit, evtl. zusätzlich erbricht und auffallend blaß wird. Dann kann es zu einem akuten Darmverschluß gekommen sein, der bei sofortigem Klinikbesuch gut behandelbar ist. Bei chronischen Schreiattacken nicht gestillter Kinder muß eine Milchunverträglichkeit in Betracht gezogen werden.

Viele Eltern leiden während der "Trimenonkoliken" (Dreimonatskoliken) ihrer Kinder mit. Der Einsatz allopathischer Schmerz- und Beruhigungsmittel wird in der Regel von Arzt und Eltern mit gutem Grund für nicht angemessen gehalten. So sind außer dem Kind auch die Eltern häufig in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt.


Die folgende Vorgehensweise kann hier Linderung verschaffen:

Wichtig ist, wie oben bereits angedeutet, der ruhige, den rhythmischen Tagesablauf fördernde Umgang der Eltern mit dem Kind. Im weiteren hat die Pflege der Wärmehülle eine deutlich beruhigende Wirkung. Wollunterwäsche, vorgewärmte Windeln und in der kühleren Jahreszeit eine tägliche Einreibung von Leib und Gliedmaßen mit Malvenöl haben sich hier außerordentlich bewährt. Bei ausgeprägten, regelmäßigen Schreiattacken und Blähungen empfiehlt sich Curum carvi comp., Supp. für Kinder einmal täglich am frühen Nachmittag, also möglichst vor Beginn der "Schreistunden". Die Gabe sollte konsequent über 1 bis 3 Wochen erfolgen, damit eine Umgewöhnung des Organismus einsetzen kann. Dies ist für den Therapieerfolg letztlich entscheidend. Reicht diese Behandlung nicht aus, kann innerlich Belladonna/Chamomilla (vor jeder Mahlzeit 2 Globuli) hinzugegeben werden; bei starker Blähungsneigung ist Nicotiana comp. in gleicher Dosierung besser wirksam.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von www.hirschapotheke-schopfheim.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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