Insektenstiche können nicht nur unangenehm sein, sondern auch unter Umständen schwerwiegende Folgen haben. Nach einem Bienenstich sollte man den für gewöhnlich in der Haut noch vorhandenen Stachel entfernen. Zur Behandlung der lokalen Schwellung nach Insektenstichen empfiehlt es sich, eine frisch aufgeschnittene Zwiebel auf die betroffene Stelle zu drücken. Durch das Anschneiden werden in der Zwiebel differenzierte chemische Vorgänge ausgelöst. Die so gebildeten Stoffe wirken entzündungshemmend, was die bekannte Wirksamkeit der Zwiebel verständlich macht. Die Behandlung kann, gerade auch bei Juckreiz, äußerlich mit Wund- und Brandgel fortgesetzt werden. Bei stärkerer Schwellung nach Bienen- oder Wespenstich ist Apis ex animole GI D30 (1/2 bis 1 Ampulle) zusam men mit Calcium carbonicum/Cortex Quercus (3 x 5 Globuli) empfehlenswert. Zusätzlich kann bei fortbestehendem Juckreiz Urtica comp. (3 x 5 Globuli) verabreicht werden. Durch Zeckenbisse werden unterschiedliche Krankheitserreger übertragen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch ein Virus ausgelöst wird, tritt in Deutschland endemisch* im Tal der Donau und deren Seitentälern, am oberen Neckar und im Schwarzwald auf. Auch in Endemiegebieten ist höchstens 1% der Zecken Träger des FSME-Virus. Bei mindestens 90% der Infizierten verläuft die Infektion ohne äußerlich sichtbare Zeichen. Der Krankheitsverlauf ist bei Kleinkindern meist gutartig. Es besteht die Möglichkeit einer aktiven Impfung. Ob diese für Ihr Kind wirklich notwendig ist, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt besprechen. *Endemie: ständiges Vorkommen einer Erkrankung in einem begrenzten Gebiet. Wesentlich häufiger ist die Lyme-Borreliose, die in allen gemäßigten Zonen der Erde auftritt. Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die, wenn sie klassisch verläuft, zunächst mit einer Rötung um die Einstichstelle beginnt. Diese Rötung breitet sich dann, ausgehend von der Stelle des Zeckenbisses, kreisförmig aus und verschwindet schließlich. Mit diesem Stadium, das nicht unbedingt auftreten muß, ist die Erkrankung manchmal bereits beendet. Es können aber auch über längere Zeit Lymphknotenschwellungen im Bereich der Bißstelle bestehen bleiben. Nach Wochen oder Monaten treten dann oft plötzlich Lähmungen, meist im Bereich des Gesichtes, Gelenkbeschwerden u. a. auf. Die Behandlung erfolgt üblicherweise mit Antibiotika. Einzelheiten zur Therapie sollten Sie jedoch mit Ihrem Arzt besprechen. Vorbeugen kann man allerdings, indem man die Kinder regelmäßig auf Zecken absucht. Für europäische Verhältnisse gilt nämlich, daß erst sieben Stunden nach einem Zeckenstich mit einer Infektion zu rechnen ist (Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 25,19. Juni 1998). Zur Zeckenentfernung verwendet man eine Zeckenpinzette, die auch bei uns zu erhalten ist. Mit dieser Spezialpinzette kann man die Tiere, ohne auf deren Leib zu drücken, unmittelbar oberhalb der Haut fassen und durch sanftes Ziehen vollständig entfernen. Ein Betupfen mit Öl, Klebstoff und ähnlichem ist nicht sinnvoll. Bei lokaler Reizung kann man die Haut mit Wund- und Brandgel behandeln und zusätzlich für eine Woche Apis/Belladonna cum Mercurio (3 x 5 Globuli) einnehmen.
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